Collodion Wet Plate Photography - by Daniel Samanns

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In Zeiten der digitalen Bilderflut, in der taeglich mehrere Millionen Photos ueber die Bildschirme weltweit unzaehliger Photo-Redakteure und Art-Direktoren rauschen, sich an fast allen Punkten der Welt Menschen befinden, die das jeweilige Geschehen aufgrund technischer Neuerungen, Gegebenheiten und Moeglichkeiten z.B. mit ihrem Smart-Phone in Form eines schnellen Bildes festhalten.

In Zeiten, in denen zu jedem Zeitpunkt an jedem Ort der Welt saemtliche Daten JETZT und SOFORT in Millisekunden zur Verfuegung stehen, sind die Folgen dessen fuer den einzelnen Menschen in ihrer wahren Dimension unueberschaubar. Schneller und schneller wollen wir immer mehr und mehr, am besten in Echt-Zeit.
Und mehr und mehr haben wir uns daran gewoehnt, dass wir alles sofort haben koennen, sobald der Wunsch ausgesprochen ist und wir dafuer bezahlen.

Doch wieviele der taeglich entstandenen oder selbst gemachten digitalen Photos schauen wir uns jemals wieder an ?
Das Bildmaterial verschwindet zumeist auf irgendwelchen Festplatten, die die kommenden Computer-Generationen voraussichtlich nicht mehr lesen, noch aufrufen koennen.

Hatte man sich frueher die Zeit und Musse genommen im Photo- oder Familien-Album zu schwelgen, so fehlt uns heute allein oftmals schon die Zeit hierfuer.
Im professionellen Bereich wird oftmals auf hochwertiges exklusives Bildmaterial verzichtet, zugunsten niedriger Produktionskosten und massenweisen Standard-Bild-Agenturen, die alle ein Stueck vom grossen Kuchen im weltweiten Bildermarkt abhaben wollen.
So fuehrte die Demokratisierung der Photografie im Laufe von rund 170 Jahren seit ihrer Entstehung, vom einst so sehr aufwaendigen Portrait, hin zur Massenware zum Discount-Preis.
Ueberall. Zu jeder Zeit. An jedem Ort verfuegbar.

Doch einmal geknippst, veroeffentlicht, auf dem Bildschirm oder dem Smart-Phone kurz angeschaut, verschwinden die Bilder zumeist in der Unendlichkeit und Vielfalt der Versenkung.
Was bleibt also, ausser einer Fluechtigkeit ?

Wir haben uns 2011 entschieden, diese Art der Photographie, die Kollodium Nassplatten Photographie, zu neuem Leben zu erwecken.

Damit einher gehen traditionelle Werte in einer modernen Zeit.

Ueber den Wert des Bildes hinaus, hin zu einer Bestaendigkeit, wiederum symbolisiert durch die Dauerhaftigkeit einer Ambrotypie.

In ihrer Entstehung, ein Prozess der unvermeidlichen Entschlaeunigung. Verharrend in dem Bewusstsein, dass alles seine Zeit braucht. Und es fuer alles seine Zeit gibt.
Dann, der Moment der Exposition, der anders als der Bruchteil einer Sekunde, mit seinen manchmal 4, manchmal gar 30 Sekunden, vielmehr einen Zeit-Raum definiert.

Einen Zeitraum, der im besten Fall viel mehr auf der entstandenen Photographie/Glasplatte zeigt, als das blosse Abbild einer Person.
Manchmal scheint es, als ob in diesem Zeitraum der Exposition, sich die ganze Welt des Portraitierten zusammen findet, um einen Teil von sich und ihrer Einzigartigkeit, im spaeter fertigen Bild, dem Betrachter zu offerieren.

Gar magisch und kraftvoll zugleich in ihrer Intensitaet und Aussage.
Eine zeitlose Schoenheit, die jegliche Zeit und jeglichen Raum vergessen laesst, je ernsthafter man sich ihr naehert. Eine Schoenheit, begruendet im Bewusstsein ihrer Einzigartigkeit und Purheit.
Einmalig manifestiert, entzaubert die Ambrotypie die Fluechtigkeit und Vergaenglichkeit eines modernen Schoenheitsideals.




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